B.Sc. – klingt gut, nehm ich!

Bachelor of Science in Computervisualistik und Design

Beitrag vom 11.04.22

Erstellt von Jonas Müntefering

Vor ein paar Wochen konnte ich mir diesen Titel nun endlich sichern. Ich habe meine Bachelorarbeit geschrieben, verteidigt und mein Studium mit Erfolg beendet. Doch erzähle ich jemandem von dem Studiengang, blicke ich zunächst in fragende Gesichter. Was hat es damit auf sich?

Ich werde oft gefragt, worauf man denn überhaupt abzielt, wenn man Computervisualistik und Design studiert. Eins ist klar, eine korrekte Berufsbezeichnung kann man aus dem Namen des Studiengangs, wie auch bei vielen anderen Studiengängen, nicht schließen. In diesem Studiengang kommt es besonders darauf an, sich selbst zu spezialisieren. Das Spektrum an Spezialisierung ist dabei unglaublich umfassend: UX Forscher, 3D Artist, Game Developer, Anwendungsentwickler und Produktgestalter sind nur einige wenige und noch immer nicht exakt spezifische Beispiele an Berufsrichtungen, die der Studiengang hervorbringt.

Grundsätzlich werden Absolventen des Studiengangs aber auch als Bindeglied zwischen reinen Entwicklern und Designern verstanden. Wir können also beide Seiten verstehen und dadurch optimal vermitteln. Warum das notwendig ist, weiß jeder, der schon einmal mitbekommen hat, wie missverständlich die Kommunikation zwischen Entwicklern und Designern verlaufen kann.

Klären wir aber direkt einmal auf: Meine Spezialisierung bezieht sich auf Webtechnologien. Ich bin in erster Linie Webentwickler, dazu eine Spur Web- und auch irgendwo UX-Designer. „Full-Stack-Entwickler“ könnte man sagen. Dabei beherrsche ich sowohl Technologien, die serverseitig als auch auf Seite des Clients für eine webbasierte Projektumsetzung notwendig sind. Mit diesem Wissen und meiner vorangegangenen Ausbildung zum Fotografen kann ich die etcetc Werbeagentur also in puncto Web unterstützen. Sicher freut es mich auch besonders, wenn wir für den ein oder anderen Kunden eine individuelle Lösung umsetzen dürfen, die ein tieferes Verständnis der Zusammenhänge der zum Tragen kommenden Technologien voraussetzt. Und für diverse Fotoaufträge auszurücken, sorgt für die nötige Abwechslung!

Foto: Mockup mit Screenshot zeigt Entwicklungsumgebung (IDE) mit Codeauszügen des Projektes meiner Bachelorarbeit

Und was machst du jetzt genau?

Als Student kommt man nicht selten in die Situation erklären zu müssen, was man denn nun eigentlich genau macht. Eine oberflächliche Erklärung reicht da nicht immer aus.
Gut ist es, die eigenen Tätigkeitsbereiche anhand der Projekte veranschaulichen zu können, die man während des Studiums für die Module anfertigt. Besser noch ist es, Kernarbeiten, wie etwa eine Projektarbeit oder die Bachelorarbeit aufzugreifen. Und obwohl die Bachelorarbeit als die zentrale Arbeit eines Bachelorstudiums gilt und darüber hinaus auch ein voller Erfolg war, ziehe ich in meinem Fall gerne die Projektarbeit aufgrund ihrer verstärkten Praxisnähe, der quantitativen und qualitativen Abdeckung diverser Technologien und dem allgemeinen Umfang vor.

Während meine Bachelorarbeit den Workflow der Bildverarbeitung und -optimierung im Kontext der Betreuung von WordPress Websites thematisiert, für die ich eigens eine WordPress-Erweiterung als Prototyp (nicht marktfähige, aber weit ausgearbeitete Entwicklung) in Form einer Bildverarbeitungs- und Bildoptimierungsanwendung programmierte, habe ich in der Projektarbeit ein Intranetportal für die Werbeagentur geschrieben.

Jetzt wird's kurz techniklastig...

Dieses Intranetportal wurde als Progressive Web App entwickelt, wodurch die Anwendung sowohl als Website verfügbar, als auch „installierbar“ und dadurch weitestgehend wie eine native App nutzbar ist. Als grundlegende Technologien wurden NodeJS und Express genutzt, um einen Server aufzusetzen und eigene Endpunkte für den Datenaustausch mit einer NoSQL-Datenbank zu implementieren- Stichwort RESTful API. Die Benutzeroberfläche die der Client (technische Komponente des Benutzers) erhält, besteht neben dem rudimentären HTML-Gerüst lediglich aus einer einzelnen gebündelten JavaScript-Datei, welche das DOM bzw. die visuelle Darstellung der Benutzeroberfläche verwaltet und diese dynamisch aufbaut. Für den Benutzer wird durch diese Single Page Application (SPA) eine flüssige und zügige Bedienung ohne lange Ladezeiten ermöglicht, was der Benutzerfreundlichkeit zugute kommt. Innerhalb des Intranetportral wurden 4 Bereiche erstellt, worunter das Customer Relationship Management (CRM), die Benutzerverwaltung, das Monitoring der erfassten Stunden und sogar ein Chat fällt. Natürlich musste auch ein sicheres Rechte- und Rollensystem implementiert werden, sodass auch nur die angelegten Benutzer zugriff auf die sensiblen Daten haben. Um den Benutzer über den Status der Anwendung zu informieren, wurden Statusmeldungen erstellt, die ähnlich Push-Notifications innerhalb der GUI (Graphical User Interface) für Feedback sorgen. Zur Umsetzung des Chats wurde auf Websockets zurückgegriffen, die anders als beim gewöhnlichen HTTP-Protokoll die Verbindung mit dem Server offen hält, wodurch ein Nachrichten- und Datenaustausch in Echtzeit ermöglicht wird. Easy!

Neben der technischen Umsetzung gilt es in einer wissenschaftlichen Arbeit natürlich auch, die Arbeit zu validieren. So muss jede Entscheidung einer Umsetzung konkret nachvollziehbar sein. Den Nachweis für die Validierung erbringt man durch den Einbezug diverser qualitativer Quellen oder auch durch eigene Forschungsergebnisse. Da die Steigerung der Benutzerfreundlichkeit ein wichtiger Punkt meiner Projektarbeit ist, wurden während der Programmierung der Anwendung immer wieder Benutzertests durchgeführt und deren Ergebnisse umgesetzt, um zu gewährleisten, dass die Ergonomie der Anwendung stimmt. Die gesamte Arbeit wird im schriftlichen Teil festgehalten, der als Grundlage zur Bewertung dient und der allen Regularien einer wissenschaftlichen Arbeit entsprechen muss.

Fazit

Vor meinem Schulabschluss und auch während meiner Ausbildung hätte ich selbst nie erwartet mal ein derart starkes Interesse an der Programmierung zu entwickeln, aber die Bedeutung der Softwareentwicklung und besonders auch von Webtechnologien lässt sich nicht wegdiskutieren! Ich bin glücklich darüber, mein Studium erfolgreich abgeschlossen zu haben. Noch mehr freue ich mich darüber, seit meinem Praxissemester 2019 Teil der etcetc Werbeagentur zu sein. Vom Praktikanten über den Minijob zur Werksstudentenstelle und letztlich zum festen Mitarbeiter in einem spitzen Team!

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Ein Beitrag von

Jonas Müntefering, Fotograf, angehender Webentwickler, Portraitfoto

Jonas Müntefering
Webentwicklung & -design • B.Sc. Computervisualistik & Design